Freudenthaler
Serie: Preisanpassung im Maschinenbau · Teil 2 von 2

Warum ist das Teil 9 Prozent teurer?

Der Einkäufer fragt, die Kalkulation sucht. Wenn jeder Preislauf mit seiner Ursache gespeichert bleibt, hat die Antwort vier Zeilen. Und die Preisgleitklausel einen Beleg.

Serie: Preisanpassung im Maschinenbau · Teil 2 von 2
  1. 1Preisanpassungen in Excel waren gestern.
  2. 2Warum ist das Teil 9 Prozent teurer?

Jahresgespräch bei Berger Anlagenbau.

  • Der Einkäufer legt zwei Rechnungen nebeneinander, 2024 und heute.
  • Führungsschlitten 175: damals 993 €, heute 1.082 €.
  • „Neun Prozent in zwei Jahren. Warum?"

Zwei mögliche Antworten:

  • Mit Excel lautet sie: „Das müsste ich nachsehen."
  • Mit vier gespeicherten Läufen sind es vier Zeilen.
Besprechungstisch mit ausgedrucktem Preisverlauf und zwei Kaffeetassen

Vier Zeilen statt „das müsste ich nachsehen"

  • Jede Preisanpassung hat eine Ursache und wirkt je Erzeugnis anders (Teil 1).
  • Jeder Lauf bleibt gespeichert, mit Datum, Ursache und Wirkung je Teil.
  • Nach zwei Jahren steht neben jedem Erzeugnis seine Geschichte:
LaufUrsacheFührungsschlitten 175Preis danach
Stand 2024993 €
Januar 2025Kollektivvertrag +4,1 %+2,6 %1.019 €
Juli 2025Beschichter, neue Preisliste+0,3 %1.022 €
Januar 2026Fräsmaschine, neuer Stundensatz+1,7 %1.040 €
Oktober 2026Kollektivvertrag und Maschinen+4,1 %1.082 €
Gesamt+9,0 %+89 €

Die Antwort an den Einkäufer:

  • Zwei Drittel der neun Prozent sind Lohn, zwei Kollektivvertragsrunden.
  • Ein Fünftel ist die Fräse, die im Januar teurer wurde.
  • Der Beschichter macht 0,3 Prozent aus.
  • Das ist keine Rechtfertigung, das ist eine Rechnung. Und mit einer Rechnung lässt sich verhandeln.

Was der Verlauf sonst noch kann

  • Schleichende Erhöhungen werden sichtbar, bevor der Kunde sie addiert. Vier Läufe zu je zwei Prozent sind zusammen mehr, als man ohne Vorwarnung zumuten sollte.
  • Die Preisgleitklausel ist belegt. An jeder Änderung hängt die Ursache und, beim Lieferanten, die Liste, die sie ausgelöst hat.
  • Der Vertrieb sieht je Kunde, was in den letzten zwei Jahren wie oft gestiegen ist, bevor er ins Gespräch geht.
  • Für Sie selbst zeigt der Verlauf, welche Ursache Ihre Preise wirklich treibt.
  • Über den Lohn reden alle. Oft steckt der größere Anteil in einer Fremdleistung, die jedes Jahr um sieben Prozent zulegt, ohne dass es jemand ausrechnet.

Was Sie dafür brauchen

Kein neues ERP. Ein Werkzeug daneben, das vier Dinge kennt, die bei Ihnen fast sicher schon existieren:

  • Arbeitspläne mit Stunden je Maschine je Erzeugnis.
  • Stundensätze je Maschine und den Lohnsatz.
  • Lieferantenpreise strukturiert, nicht als PDF im Postfach.
  • Vorjahresmengen je Kunde, damit aus Prozenten Euro werden.
  • Meist steckt das alles im ERP, nur nicht so, dass man es an einem Nachmittag zusammenführen könnte.
  • Aus diesem Mangel ist die Excel-Tabelle entstanden, und sie hat ihre Arbeit lange gemacht.
  • Den Preisverlauf hat sie nie gekonnt: Jede neue Version überschreibt die alte.

Wie entsteht bei Ihnen ein Preis?

Erzählen Sie es uns. Im Erstgespräch schauen wir auf Ihre Arbeitspläne, Ihre Stundensätze und Ihre Lieferantenlisten, und rechnen einen Lauf gemeinsam durch.

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